Lachenmann Art

Vorzeichen

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Vorzeichen

Selected works by / ausgewählte Arbeiten von

Jan Davidoff
20.05.2017 —24.06.2017

Das Holz der installativen Wand, um die Jan Davidoff die Galerieräume erweitert hat, ist genauso alt wie es aussieht, sich anfühlt und riecht: es handelt sich um Bodendielen, die der Künstler seinem vor kurzen gekauften Haus am Ammersee im Zuge einer behutsamen Restauration entnommen hat. Zu Beginn der Instandsetzung des alten Bauernhauses hat er sich auf eine spannende Zeitreise begeben: auf dem Dachboden fand er einen alten Koffer, gefüllt mit alten handgeschriebenen Briefen und Photographien aus der Zeit des ersten Weltkrieges, der nun Teil der Installation geworden ist. Die gezeigten Papierarbeiten sind aus alten Dokumenten, die der Künstler entdeckte sowie neuen Papierblättern, die im Zuge der Restauration beschrieben worden sind, entstanden und zeigen fliegende und ruhende Vögel sowie Bäume und Baumhäuser. Das Natursujet ist in Jan Davidoffs Arbeiten nicht neu. Vor gut zwei Jahren schenkte er mit einem eigens für die Ausstellung gebauten Baumhaus unseren Galerieräumen eine zauberhafte Atmosphäre. Wer von uns hat nicht selber als Kind die Wipfel alter Bäume erklommen, hat in einem Baumhaus gesessen oder nicht zumindest davon geträumt? Unsere Phantasien von damals scheinen in der aktuellen Ausstellung ›Vorzeichen‹ reifer geworden zu sein. Der Wald und die Szene, die der Besucher mit dem Durchschreiten der alten Bauernhaustür in der Holzwand betritt, verbreitet eine ungewisse Stimmung. Der Blick gleitet über Metall- und Leinwandarbeiten mit dunklen, kahlen Bäumen und altem Holz, er erfasst mattes Weiß auf glänzendem Schwarz und Sichtachsen hoch zu den Wipfeln blattloser Naturgiganten. Die Fenster sind verdunkelt, die Lichtquellen reduziert, aus einem stählernen Fass ragen raumhohe Zweige und Äste empor, die von unten beleuchtet unheimliche Schatten an die Decke werfen. In der Mitte des Raumes liegt eine alte schwarze Bauernhaustür, auf der ein steinerner Rabe Platz genommen hat. Das Ohr nimmt ein dies alles scheinbar ignorierende Vogelgezwitscher wahr und sogleich entdeckt der Blick das Austreiben neuer Knospen, den Sonnenstrahl auf goldenen Ästen und das sanfte Dahinplätschern eines Baches.

Jan Davidoff erfasst in der Ausstellung die mediale Präsenz des Unterganges, des Weltenbrandes, wie er dieser Tage allerorten zu spüren ist und mit dem es sich paradoxerweise erstaunlich gut leben lässt. Inspiriert von Rousseau und Schiller hat sich der Künstler jedoch in Teilen ein positives Weltbild zurechtgelegt, dass das Negative als Bestandteil des Guten erkennt und den Menschen als Wesen, das zwar das Schlechte erschafft, aber doch das Gute will. So wird das Gezwitscher der Vögel, der Sonnenstrahl und die frischen Knospen zu hoffnungsvollen Vorboten von etwas Neuem, etwas Anderem.

Jan Davidoff fordert mit ›Vorzeichen‹ alle Sinne des Besuchers heraus, er forciert die genaue Wahrnehmung des Kreislaufs des Lebens, er beansprucht die volle Aufmerksamkeit der Sinne. Licht, Geruch und Klang vereinigen sich mit dem visuellen Erleben der Arbeiten des Künstlers und der eigenen, individuellen Gefühle, die durch das Erlebnis der Ausstellung hervorgerufen werden und den Betrachter nachhaltig beschäftigen.

The wood which Jan Davidoff used for the newly installed walls in the gallery is just as old as it looks, feels and smells: it is composed of the floor boards which the artist removed during the very cautious and gentle restoration of his recently purchased house on the Ammersee. When the repair work started on the old farm-house he set out on a journey through time: in the attic he found an old suitcase stuffed with handwritten letters and photographs from the time of World War I. This has become part of the installation. The paper works displayed are partly from old documents which the artist discovered, partly from new pages which were written during the restoration and show flying and resting birds together with trees and tree-houses. Nature is not new as a subject in Jan Davidoff’s works. Two years ago he presented our gallery with a tree-house built especially for the exhibition and created a fantastic atmosphere. As a child, who hasn’t climbed to the top of old trees or sat in a tree-house – or at least dreamt of so doing? Our childhood fantasies seem to have matured in the current exhibition, ›Vorzeichen‹. The forest and the scenes the visitor meets with when he passes through the old farm-house door in the wooden wall create an uncertain atmosphere. One gazes upon  works made out of metal and canvas with dark, bare trees and old wood; a step further and one sees the matt white colour on gleaming black and lines of light high up in the tops of the leafless nature giants. The windows are darkened, the light sources reduced; room-high twigs and branches reach out of a steel barrel and lighting from beneath throws mysterious shadows on the ceiling.

 

In the middle of the room lies an old black farm-house door where a stone raven has positioned himself. The ear senses twittering birds that all are apparently ignoring, at the same time perceiving new buds, the sunray on the golden branches and the soft splashing in a stream.

 

In his exhibition, Jan Davidoff captures the medial presence of doom, of global conflagration just as it is today and strangely enough with which it is easy to live. He has been inspired by Rousseau and Schiller to see a positive conception of the world which recognises the negative side as part of the good side and that humanity created the bad side but really want the good side. The twittering of the birds, the sun rays and the fresh buds become hopeful heralds of something new, something different.

 

In ›Vorzeichen‹ Jan Davidoff calls on the visitor’s senses, forces the exact perception of life’s circulation, he claims the complete attention of the senses. Light, smell and sound are combined whilst seeing the artist’s work and enter one’s own individual feelings which are brought out upon experiencing the exhibition, preoccupying the viewer for a long time.

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