Lachenmann Art

Süchtig. Von Obsession, Fetisch und Heiligtümern.

Süchtig@Lachenmann Art 2017
Süchtig@Lachenmann Art 2017
Süchtig@Lachenmann Art 2017
Süchtig@Lachenmann Art 2017
Süchtig@Lachenmann Art 2017
Süchtig@Lachenmann Art 2017
Süchtig@Lachenmann Art 2017

Süchtig. Von Obsession, Fetisch und Heiligtümern.

Selected works by / ausgewählte Arbeiten von

Werner BranzRené GroebliUrška KoširChristoph Neumann und André Wagner 

10.11.2017 — 29.12.2017

Die Galerie Lachenmann Art in Konstanz präsentiert ab dem 11. November 2017 zum ersten Mal seit ihrer Gründung eine Ausstellung, die sich ausschließlich dem Medium der Fotografie widmet. Unter dem Titel „Süchtig. Von Obsession, Fetisch und Heiligtümern“ sind den Fotografen keine Grenzen gesetzt, wie sie dieses Thema interpretieren und es sich durch individuelle Assoziationen zu Eigen machen.

In den Zeiten des Internets, des Massenkonsums und der Schnelllebigkeit werden Begriffen wie ›Obsession‹, ›Fetisch‹ und auch ›Heiligtum‹ völlige neue und differente Bedeutungen zugeschrieben. Ebenso wie bei der Frage, was Sucht eigentlich ist, gibt es wohl auch bei diesen Schlagworten keine allgemeingültige Definition mehr. Für jeden Einzelnen von uns haben bestimmte Gegenstände einen anderen Wert. Bilder, Orte, Namen, Farben - jeder fühlt sich in Zusammenhang mit anderen Dingen gerührt, bewegt oder beeinflusst.

Was ist Sucht? Nach was kann man süchtig sein? Muss eine Sucht immer unweigerlich eine Gefahr bedeuten und negativ konnotiert sein?
Sucht wird meist in einem pathologischen Zusammenhang verstanden. Jedoch gibt es neben der Sucht nach Nikotin, Rauschmitteln, Arbeit und Sex sowohl die Habsucht, die Tobsucht und die Eifersucht, als auch die Harmoniesucht. Durch diese Begrifflichkeiten ist die Sucht Teil unseres Alltags. Dabei muss die Sucht nicht zwangsläufig die Zerstörung des Subjekts bedeuten, denn sie hat viele verschiedene Gesichter, mit denen sie sich bemerkbar macht.

Die Obsession wird im psychologischen Kontext als eine zwanghafte Vorstellung oder Idee beschrieben, die das Handeln eines Menschen grundlegend beeinflussen kann, eine Zwangshandlung, die primär mit Furcht in Verbindung steht. Umgangssprachlich beschreibt eine Obsession meist die sehr starke emotionale Begeisterung für ein bestimmtes Thema oder Hobby, ebenso wie die Freude an einer gewissen Arbeit oder Aktion.

Ähnlich lässt sich der Fetisch definieren: etymologisch bedeutet er „ein Zaubermittel“; der Definition nach handelt es sich um einen Gegenstand, der von Geistern oder Mächten bewohnt ist und der damit über magische Kräfte verfügt. Heutzutage assoziiert man in erster Linie die sexuelle Konnotation des Begriffs, so können Gegenstände zum Fetisch erhoben werden und als Stimulus dienen, während der Fetischismus in diesem Kontext eine Devianz beschreibt. Im religiösen Zusammenhang erfährt der Fetischismus meistens negative Assoziationen. Aber warum ist die ursprüngliche Definition, nämlich, dass es sich bei einem Fetisch um einen Gegenstand handelt, der durch Anbetung eine gewisse magische Bedeutung erhält, in den Hintergrund gerückt?

Tempel, Altäre, heilige Stätten oder Pilgerorte, heilige Gegenstände, Reliquien und Sanktuarien, die verehrt werden, sind seit jeher zentrale Bestandteile aller Kulturen und reichen zurück bis ins Römische Reich oder das alte Griechenland, womöglich noch weiter. Besonders im religiösen Kontext werden bestimmte Landschaftsformationen als Kultstätte geheiligt. Zusammenzufassen sind diese Phänomene schlicht unter einem Wort: Heiligtümer.

 

Leidenschaft, Passion und Vorliebe sind eng mit unseren Schlagworten Sucht, Obsession, Heiligtum und Fetisch verknüpft und unterstreichen sowohl deren positive Aspekte als auch ihre Wurzeln. Die Kunst als solche kann selbst zur Obsession werden, als ein Heiligtum gelten oder sogar zum Fetisch des jeweiligen Künstlers werden. Andererseits können Fetischobjekte eine Wertverschiebung bedeuten, wie es etwa mit dem „objet trouvé“ durch Marcel Duchamp geschah, und sind längst Bestandteile unserer heutigen Kulturlandschaft.

 

Die Ausstellung „Süchtig“ möchte neue Einblicke in den facettenreichen Themenkomplex bieten, bei dem zusätzlich ein spannungsgeladenes Zusammenspiel der unterschiedlichen Fotografen entsteht, welche jeder auf seine Weise anders mit den Themen Obsession, Fetisch und Heiligtümern umgeht.

 

Gezeigt werden Arbeiten von fünf Photographen aus vier Ländern: Christoph Neumann (D), Werner Branz (AT), René Groebli (CH), Urška Košir (SLO) und André Wagner (D).

From 11th November 2017 on, Lachenmann Art in Constance will present an exhibition dedicated exclusively to the medium of photography – for the first time since its foundation. Under the title „Süchtig. Von Obsession, Fetisch und Heiligtümern“ (engl. "Addicted. Of Obsessions, Fetish and Sanctuaries") there are no limits on how the photographers interpret this theme and make it their own through individual associations.

In times of the internet, mass consumption and fast pace, terms such as 'obsession','fetish' and' sanctuary' are attributed completely new and to different meanings. The question arises what addiction actually is. There is probably no longer a universally valid definition for these keywords. For each and every one of us, certain objects have a different value. Pictures, places, names, colours - everyone feels touched, moved or influenced by other things.

What is addiction? What can you be addicted to? Does an addiction always have to be a danger and does it always have negative connotation?

Addiction is usually understood in a pathological context. However, apart from addiction to nicotine, drugs or sex, there is also the addiction to harmony, love or motion. These factors make addiction part of our everyday lives.

Obsession is described in the psychological context as a compulsive notion or idea that can fundamentally influence a person's actions, a coercive act that is primarily associated with fear. In colloquial terms, an obsession usually describes a very strong emotional enthusiasm for a certain topic or hobby, as well as the joy of a certain work or action.

Fetish can be defined similarly: etymologically, it means "a magical agent"; by definition, it is an object inhabited by spirits or powers and thus possesses magical powers. Nowadays, the sexual connotation of the term is associated primarily. So objects can be raised to having a fetish status and serving as a stimulus, while fetishism in this context describes a deviance. In the religious context, fetishism is mostly associated with negative associations. But why is it that the original definition of fetish as an object receiving a certain magical meaning through worship has been pushed into the background?

Temples, altars, holy places or places of pilgrimage, sacred objects, relics and sanctuaries have always been central components of cultures and go back to the Roman Empire or ancient Greece, probably even further. Particularly in religious context, certain landscape formations are sanctified as places of worship. These phenomena can be summed up in one word: sanctuary.

 

Passion and preference are closely linked with our keywords addiction, obsession, sanctuary and fetish, underlining both their positive aspects and their roots. Art itself might become obsession, sanctuary, or even a fetish of the artist. On the other hand, fetish objects can imply a shift of value, as it happened with the "objets trouvés" by Marcel Duchamp. Long since, they have become an integral part of present cultural landscape.

 

The exhibition "Addicted" aims to offer new insights into the multifaced complex of the issue, in which a tense interplay of the different photographers is created. Each one in her or his own way is dealing differently with the subjects of obsession, fetish and sanctuaries.

 

Five photographers from four countries will be exhibited: Christoph Neumann (D), Werner Branz (AT), René Groebli (CH), Urška Košir (SLO) and André Wagner (D).

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