Lachenmann Art

Speculations/Simulations

Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt
Installation View ›Speculations/Simulations‹ with works by Genti Korini at Lachenmann Art Frankfurt

›Speculations/Simulations‹

Genti Korini          works 

Frankfurt 20/11/2020—12/02/2021

In ihrer 50. Ausstellung zeigt Lachenmann Art die surreal-konstruktivistische, digital konzipierte Ölmalerei des albanischen Künstlers Genti Korini. In der Ausstellung ›Speculations / Simulations‹  sind neben aktuellen Arbeiten einige frühere zu sehen, die seine künstlerische Entwicklung der letzten fünf Jahre auffächern und sein interdisziplinär und mehrsystemisch geprägtes Bildkonzept sichtbar machen.

 

Genti Korinis gemalten skulpturalen Objekte von Formen und Linien im Raum sind gänzlich abstrakt und lassen doch ihren architektonischen Ursprung erkennen. Geometrische Flächen, bautechnische Elemente und dreidimensionale Vektoren sind in senkrechten Konstellationen so aneinandergefügt, dass sie zusammenhängende Objekte ergeben. Allerdings widersetzen sich diese Gebilde in Struktur und Statik auf eigenwillige Weise dem real Möglichen und schweben losgelöst im Raum. Auf den ersten Blick wirken sie instabil, als könnten sie jeden Moment in sich zusammenstürzen. Dann wird jedoch die innere Spannung spürbar, von deren zentrierter Balance sie wie selbstverständlich gehalten werden.

 

Die einzelnen Bauteile der Objekte sind zumeist geometrische Formen wie Rechtecke, Rauten und Ellipsen, die in den dreidimensionalen Raum übersetzt und dann gekippt, gelegt, aneinander aufgehängt oder ineinander geschoben sind. Physikalische Grundkörper wie Zylinder und Pyramiden validieren diese neue Räumlichkeit der eigentlich zweidimensionalen Geometrien. Selbst Linien erhalten eine dritte Dimension und werden so zu Stangen oder Gerüsten. Schattenwürfe, Farbverläufe und Horizonte eröffnen Räume in die Bildtiefe hinein, die in ihrer farbreduzierten Erscheinung virtuelle, computergenerierte Szenografien anklingen lassen, den Cyberspace evozieren, wie Projektionen oder Hinterleuchtungen wirken. Die technisch-artifiziell anmutende Tönung des Raums verstärkt die klaren Farben der Objekte im Vordergrund. Manche scheinen zudem von unsichtbaren Lichtquellen außerhalb der Bildbegrenzungen angestrahlt zu werden, was sich in scharfkonturigen Schatten und korrespondierenden Lichtflecken zeigt. Auch Farbigkeit und Materialität der Objektelemente haben etwas Technisches an sich. Semitransparente und undurchlässige, neonfarbene und metallische, polychrom changierende und einfarbige Oberflächen reflektieren das Licht und dirigieren den Blick, halten ihn immer in Bewegung entlang der konstruierten Linienführung.

 

Der konzeptuelle Ausgangspunkt für Genti Korini ist die eklektische postkommunistische Architektur seiner Heimatstadt Tirana. Dort werden die scheinbar unendlichen stilistischen Möglichkeiten der neuen kreativen Gestaltungsspielräume mit viel individualistischer Motivation ausgelotet, was regelmäßig sehr ausgefallene Blüten treibt. Diese Architektur erkundet und dehnt die Grenzen des Denkbaren. Der besondere visuelle Charakter seines Umfelds als sichtbares Zeichen des systemischen und kulturellen Wandels ist die Quelle eines vielfältigen Farben- und Formenvokabulars. Es ist ein ergiebiger Fundus an Bauteilen und Materialien, die der Künstler am Computer digital abstrahiert und in eigenen Bildkonstruktionen verbaut. Auf der Basis der objektiven Kalkulation des Computers schafft er dann die mittel- bis großformatigen Ölgemälde, die er gegenüber den digitalen Skizzen in seiner subjektiven Handschrift noch einmal mehr ausentwickelt. Die gemalten Objekte sind technisch berechnet und könnten somit theoretisch räumlich umsetzbar sein, entzögen sich im realen Raum durch physikalische Gegebenheiten wie Schwerkraft, Masse und Gewicht jedoch wieder einer praktischen Realisationsfähigkeit.

 

So ist auch der Titel der Ausstellung, ›Speculations / Simulations‹ , ein Indikator der rein theoretischen Physikalität der Objekte und des Raums, in dem sie sich befinden: Sie spekulieren über Raum, sie simulieren Architektur. Sowohl Spekulation als auch Simulation sind theoretische, vorpraktische Prozesse, die noch ergebnisoffen sind, aber innerhalb eines gegebenen Frameworks und mit vorhandenen Elementen arbeiten. Genti Korinis künstlerisches Konzept basiert auf den drei aufeinander bauenden Ebenen Architektur, Computer und Malerei, die er fließend miteinander verbindet und so die unendlichen Möglichkeiten der Postmoderne und Gegenwart spielerisch erforscht. In seinen abstrakten Konstruktionen splittert er ein facettenreiches Stadtbild in viele Einzelteile auf, setzt sie digital wieder zusammen und konstruiert sie schließlich in gemalter Form neu. Diese surrealen Architektur-Objekte sind Kommentar und Hommage zugleich.

 

Genti Korini wurde 1979 in Tirana in Albanien geboren, wo er heute auch lebt und arbeitet. Die ersten Jahre seines Kunststudiums absolvierte er in der für ihre Kunstakademie und aktive künstlerische Gemeinschaft bekannten rumänischen Stadt Cluj, bevor er für den Masterabschluss nach Tirana zurückkehrte. Nach Einzelausstellungen in Albanien, Rumänien, Dänemark, Großbritannien und den USA ist diese nun Genti Korinis erste in Deutschland. Er ist mit seinen Arbeiten bereits in einer Reihe privater und öffentlicher Sammlungen vertreten.

— Kristina von Bülow

In their 50th exhibition, Lachenmann Art shows the surrealist-constructivist, digitally conceived oil painting by Albanian artist Genti Korini. The exhibition ›Speculations / Simulations‹ features alongside current works several earlier ones, illustrating his artistic development of the past five years and making visible his interdiscipinarily and multisystemically informed image concept.

 

Genti Korinis painted sculptural objects of spatial forms and lines are entirely abstract and yet they reveal their architectural origins. Geometric surfaces, constructional elements, and threedimensional vectors are joined in vertical constellations in such a way that they result in coherent objects. However, these formations arbitrarily defy the possible in terms of structure and statics and hover freely in the space. At first glance, they appear to be instable, as if they might collapse at any moment. But then the inner tension becomes discernible by whose centred balance they are held up quite naturally.

 

The constituent components of the objects are mostly geometric shapes such as rectangles, rhombs, and ellipses that are translated to threedimensionality and then tilted, laid, hung on or pushed into one another. Basic solid figures like cylinders and pyramids validate this new spatiality of the, in fact, twodimensional geometries. Even lines attain a third dimension, thereby turning into rods or scaffolds. Shadowings, gradients, and horizons open spaces into the image depth that, in their reduced colouration, insinuate virtual, computer-generated scenographies, evoke cyberspace, appear like projections or backlighting. The seemingly technical and artificial hue of the space enhances the clear colours of the objects in the foreground. Some additionally seem to be illuminated by invisible light sources beyond the image margins, which becomes apparent in the crisp countours of the shadows and the corresponding light spots. The colouration and the materiality of the object elements have something technical about them as well. Semitransparent and impermeable, neon-coloured and metallic, polychromely shimmering and unicoloured surfaces reflect the light and direct the gaze, continuously keeping it moving along the constructed lines.

 

The conceptual starting point for Genti Korini is the eclectic postcommunist architecture of his hometown Tirana. The seemingly infinite stylistic possibilities of the new creative freedom are being fathomed there with much individualistic motivation, more often than not with rather offbeat results. This architecture explores and stretches the boundaries of the thinkable. The unique visual character of his environment as a visible sign of the systemic and cultural transformation is the source of a diverse vocabulary of colours and shapes. It is an abundant pool of components and materials that the artist abstracts digitally on the computer and makes use of in own pictorial assemblies. Based on the objective calculations of the computer, he creates the middle-format to large-format oil paintings in which the digital sketches are developed further in his subjective handwriting. The painted objects are technically calculated and could thus in theory be spatially realizeable, but in a real space would evade manifestation because of physical conditions such as gravity, mass, and weight.

 

Along those lines, the title of the exhibition,
›Speculations / Simulations‹ , is an indicator of the purely theoretical physicality of the objects and of the space in which they are situated: They speculate about the space, they simulate architecture. Speculation as well as simulation are theoretical, prepractical processes that are still open in their results but work within a given framework and with existing elements. Genti Korini's artistic concept is based on the three consecutive layers architecture, computer, and painting, which he fluidly interconnects, thereby playfully investigating the boundless possibilities of postmodernism and the present. In his abstract constructions, he fragments a multifaceted cityscape into many pieces, digitally reassembles them and lastly reconstructs them in painted form. These surreal architecture objects are simultaneously a commentary and a homage.

 

Genti Korini was born in 1979 in Tirana in Albania where he lives and works today. He spent the first years of his art studies in Cluj, a Romanian city known for its art academy and active artistic community, before returning to Tirana for his Master's degree. After solo exhibitions in Albania, Romania, Denmark, Great Britain, and the United States, this is Genti Korini's first one in Germany. His works are already part of a number of private and public collections. 


— Kristina von Bülow

↑ Back to top ↑

Lachenmann Art Konstanz

Kreuzlinger Straße 4
78462 Konstanz

+49 7531 369 1371

Öffnungszeiten
Mo und Mi—Sa 11—18h
+ nach Vereinbarung

konstanz@lachenmann-art.com

Lachenmann Art Frankfurt

Hinter der Schönen Aussicht 9

60311 Frankfurt am Main

+49 69 7689 1811

Öffnungszeiten
Do—Sa 11—18h
+ nach Vereinbarung

frankfurt@lachenmann-art.com

Follow us on

Facebook Lachenmann Art
Instagram Lachenmann Art